^Seitenbeginn
foto1 foto2 foto3 foto4 foto5

Bruder werden

 

Vorweg: Freimaurer kann man nicht einfach per Mitgliedschaftsantrag werden. Aber wir möchten Ihnen die Kontaktaufnahme etwas einfacher machen und helfen, daß Sie zum Ergebnis kommen, ob wir die für Sie geeignete Loge sind.

Aus diesem Grunde ist auch das Aufnahmeprocedere langwierig und vom Ergebnis her auch ungewiß –  und zwar für beide Seiten. Denn die Mitgliedschaft ist als lebenslanger Bund ausgelegt und aus ehedem Fremden sollen Brüder und später Freunde werden. Daher muß der Bewerber zur Loge passen und umgekehrt.

Mit Ihrer Anfrage starten Sie einen arbeitsintensiven Prozeß bei uns. Bitte seien Sie sich dessen bewußt und achten Sie darauf, daß Ihre Angaben ausführlich und wahrheitsgemäß sind. Denn nichts können Freimaurer weniger leiden als Unaufrichtigkeit. Auch über Ihre Beweggründe sollten Sie sich eingehend Gedanken machen. Freimaurer werden bedeutet Arbeit an sich selbst und der Gesellschaft zu leisten. Fangen Sie schon bei der Anfrage damit an.

Den Alten Pflichten zufolge kann traditionell jeder „freie Mann von gutem Ruf“ sich einer Loge anschließen. Die Bedeutung hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert. Heute versteht man darunter einen Mann mit einem ordentlichen Ruf, der willens und in der Lage ist, seine Entscheidungen frei zu treffen und sein Leben selbst zu bestimmen.

Entgegen anderslautender Vorbehalte muß man weder Akademiker noch wohlhabend sein, menschliche Werte sind weit wichtiger. Gleichwohl suchen wir nach Männern, die selbstbestimmt ihr Leben meistern und in stabilen Verhältnissen leben. Das bedeutet eben auch, daß man neben dem eigenen Lebensunterhalt die Verpflichtungen in der Loge tragen können muß.

Wer hofft, über die Bruderschaft finanzielle, menschliche, gesellschaftliche, berufliche oder andere Probleme lösen zu können, ist in der Freimaurerei fehl am Platze; ebenso derjenige, der sich über die Freimaurerei berufliche oder gesellschaftliche Vorteile erhofft. Logen sind keine Selbsthilfegruppen und keine beruflichen Netzwerke.

Wir freuen uns sehr über den deutlichen Zuspruch junger Männer.

Dementsprechend gibt es für die Mitgliedschaft in unserer Loge formelle und informelle Bedingungen:

Folgende formelle Bedingungen müssen Sie erfüllen:

- Sie müssen männlichen Geschlechts sein;

- Sie müssen mindestens das 21. Lebensjahr vollendet haben;

- Sie müssen sich zur reinen Lehre Jesu Christi, wie sie in der Bibel enthalten ist, bekennen. Die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche oder christlichen Religionsgemeinschaft ist dagegen nicht erforderlich. Ebenfalls ist kein Austritt aus Ihrer bisherigen Kirche oder Religionsgemeinschaft notwendig;

- Sie dürfen keiner nicht-christlichen Religionsgemeinschaft angehören;

-  Sie müssen aufgrund ihrer menschlichen, ethischen, spirituellen und intellektuellen Anlagen, ihrer physischen und psychischen Gesundheit und auch in ihrer rechten Absicht fähig erscheinen, sich dauernd freimaurerischen Aufgaben zu widmen;

- Sie dürfen nicht vorbestraft sein (was durch Vorlage eines Auszuges aus dem Bundeszentralregister nachzuweisen ist);

- Sie dürfen keine Vermögensauskunft abgegeben haben oder sich als Gemeinschuldner in einem Insolvenzverfahren befinden.

 

Darüberhinaus sollten Sie folgende weitere formelle Voraussetzungen erfüllen:

- abgeschlossene Schulausbildung und abgeschlossene Berufsausbildung oder abgeschlossenes Studium;

- berufliche Integration und laufende Berufsausübung;      

- geordnete finanzielle und familiäre Verhältnisse;     

- keine Einwendungen Ihrer Ehefrau/Ihres Ehemannes, Verlobten, Lebenspartners oder Freundin/Freundes gegen eine Mitgliedschaft;

- Berücksichtigung bei Ihrer Zeiteinteilung für genügend Freiraum, um wöchentlich an einem Abend an den Logenveranstaltungen teilnehmen zu können;

- Sie sollten finanziell in der Lage sein, einen jährlichen Beitrag von € 400,-- aufzubringen. 

 

Nach Klärung dieser formalen Bedingungen der Mitgliedschaft, müssen Sie auch noch weiter prüfen, ob Sie die informellen äußeren und inneren Bedingungen für eine Mitgliedschaft erfüllen können:

Die informellen äußeren Bedingungen werden bei uns als "Eignung" bezeichnet. Ihre persönliche Eignung können Sie anhand der nachstehenden Kriterien beurteilen:

 - Sie sollten vor allem ein genuines Interesse an philosophischen Fragestellungen haben: Wer Freimaurerei „aus Verlegenheit" und ohne inneren Bezug zu ihr betreiben will, wird damit keinen Erfolg haben. Nur wenn Sie neugierig auf philosophische Probleme und eigenmotiviert sind, werden Sie die Initiative und das Engagement aufbringen, die für eine erfolgreiche persönliche Zufriedenheit mit der Freimaurerei  nötig ist.

- Sie sollten bereit sein, sich auf die Freimaurerei als Wissenschaft und als Erlebnis einzulassen. Freimaurerei ist entgegen einer landläufigen Annahme kein Medium zur Expression höchstpersönlicher Ansichten, auch kein Religionsersatz und kein Therapeutikum zur Bewältigung von Sinnkrisen, sondern eine Wissenschaft, die ihre Erkenntnisse durch eine Symbolsprache und rituelle Handlungen vermittelt. Als solche formuliert sie überprüfbare und möglichst gut begründete Aussagen. Sie bietet also kein Forum für freies Assoziieren.

- Sie sollten Freude am Argumentieren und an der kritischen (und selbstkritischen) Untersuchung von Begründungszusammenhängen haben. Freimaurerei hat im Wesentlichen mit der nüchternen Analyse von Argumenten, Symbolen und Ritualen zu tun. Eine Logenmitgliedschaft erfordert daher die Bereitschaft, sich hartnäckig und systematisch mit Argumentationen auseinanderzusetzen, eigene Argumentationen zu entwickeln und kritisch zu überprüfen.

- Sie sollten bereit sein, sich mit längeren und teils sehr schwer verständlichen Inhalten intensiv und wiederholt auseinanderzusetzen. Die Rezeption freimaurerischer Inhalte erfordert ein hohes Maß an Frustrationstoleranz und ist häufig mühsam. Wer erwartet, freimaurerische Inhalte in der gleichen Rezeptionshaltung wie eine Unterhaltungsrevue in Festzeltatmosphäre oder eine Karnevalssitzung erleben zu können, wird schwer enttäuscht werden.

- Sie sollten mündlich und schriftlich sprachsicher sein. Die sichere Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist keine sekundäre Frage des "freimaurerischen Stils", sondern eine unabdingbare Voraussetzung dafür, Gedanken klar, präzise und differenziert formulieren zu können – und gerade darauf kommt es in der Freimaurerei an. Wenn Sie mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß stehen, ist Freimaurerei nicht die richtige Weiterentwicklung für Sie.

- Sie sollten bereit sein, eigene Gedanken und Ideen zur Diskussion zu stellen und sich der Kritik durch andere auszusetzen. Freimaurerei findet nicht im stillen Kämmerlein statt, sondern lebt vom Dialogischen, dem Austausch und der Kritik der Argumente. Wenn Sie sich freimaurerisch weiterentwickeln wollen, sollten Sie bereit sein, sich am freimaurerischen Gespräch zu beteiligen.

 

Die weiteren informellen inneren Bedingungen bezeichnen einen Vorgang, den wir "Berufung" nennen:

Seht doch auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme! (1. Kor. 1, 26)

So schrieb es ganz am Anfang der Völkerapostel Paulus an die Gemeinde von Korinth. Nun sitzt unsere Loge nicht in Korinth, sondern in Krefeld, und wir leben auch nicht knapp zwanzig Jahre nach der Auferstehung Christi. Dennoch bleibt wahr: Gott ruft von überall her und bestellt Menschen in seinen Dienst, selbst von dort und vor allem dorthin, wo die Welt es nicht für möglich hält.

Vorneweg: Es gibt keine "typische" Berufung zum Freimaurer und auch keine klassische "Ordenskarriere", in welcher ein besonders anpassungsfähiger Lehrling einfach durchgereicht wird. Berufung ist immer konkret und persönlich: Im Kontakt mit meinen Mitmenschen und in der Gesellschaft erfahre ich mich als berufen – und zwar so, wie ich bin: Mit meinen besonderen Fähigkeiten, aber auch mit meinen eigenen Schwächen. Den eigentlichen Ruf versuche ich aber in der Beziehung zu Gott zu hören, von dem ich glaube, daß er mich in seinen Dienst ruft; das schließt aber die Menschen, zu deren Hilfe mich Gott bestellt, nicht aus, sondern ich kann mich ihnen öffnen, wenn ich meine Berufung annehme. Gemäß dem obigen Motto aus dem Korintherbrief kommen in unserer Loge die unterschiedlichsten Männer zusammen: Sie unterscheiden sich in Herkunft, Alter, Berufserfahrungen, persönlicher Spiritualität, Neigungen, Studienerfahrung … Sie verbindet aber der christliche Glaube und die Freude, diesen an die ihnen einmal anvertrauten Menschen weiterzugeben.

Eine freimaurerische Berufung wächst oft in einer Loge oder freimaurerischen Gemeinschaft. Wer in sich den Gedanken, zum Freimaurer berufen zu sein, brennen fühlt, wendet sich üblicherweise an eine Loge oder eine andere freimaurerische Vertrauensperson. An vielen Orten allerdings wird Freimaurerei heute unverbindlicher und mobiler gelebt und erlebt als noch vor 50 Jahren. Oft findet man eine lebendige christliche Loge und die eigene spirituelle Heimat an einem anderen Ort als dort, wo man lebt. In einem solchen Fall ist eine Kontaktaufnahme direkt über das Kontaktformular, zu empfehlen.

Die Berufung festzustellen ist ganz eng verbunden mit den Fragen: „Wer bin ich?“ und „Was will Gott von mir?“. Man kann diese Fragen gar nicht scharf voneinander trennen, denn dort, wohin Gott meinen Lebensweg lenken möchte, werde ich ganz erfüllt der sein, der ich zutiefst bin. Vielleicht hilft es auch weiter, wenn ich mir folgende Fragen stelle: Was entspricht mir? Was tut mir gut? Wohin zieht es mich? Doch eine letzte Klarheit werde ich nie erreichen, wenn ich es nicht einfach mutig wage! Dazu gibt es die mehrjährige Ausbildungszeit in der Loge, die Reisen, die Gespräche, die Zeit der Reflexion und des Gebets, damit ich mich selbst und auch die Loge mich prüfen kann, ob ich geeignet bin, Freimaurer zu werden. Hierin besteht die „freimaurerische Dimension“ der persönlichen Berufung: Wer Freimaurer wird, wird nicht allein gelassen.

Wenn Sie nach ehrlicher Prüfung Ihrer persönlichen Voraussetzungen, Ihrer Eignung und Ihrer Berufung die genannten Anforderungen bejahen können, ist es an der Zeit, Ihre unverbindliche Kontakt- und Mitgliedschaftsanfrage zu starten. Ihre Anfrage wird an den Vorsitzenden Logenmeister weitergereicht. Im Rahmen der elektronischen Kommunikation wird eine Vorauswahl getroffen. Letztendlich nimmt bei Interesse der Vorsitzende Logenmeister mit Ihnen persönlichen Kontakt auf. Alles weitere erfahren Sie dann durch ihn, wobei Sie Geduld aufbringen müssen, denn es kann bis zu mehreren Wochen dauern, bis ein Kontakt zustande kommt.