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Wissen

Womit beschäftigen sich die Logen? Was machen eigentlich die Freimaurer bei ihren Zusammenkünften? Auf diese und ähnliche Fragen möchten wir mit der nachstehenden Beschreibung unserer Arbeitsfelder antworten. Dabei darf vorab darauf hingewiesen werden, daß sich das meiste bereits dem Arbeitsplan in der Rubrik Termine entnehmen läßt. Die Brüder kommen einmal wöchentlich am "Logentag" zusammen. Jeden Monat finden mindestens zwei Tempelarbeiten statt sowie ein allgemeiner Vortrag und eine sonstige Zusammenkunft (Logenversammlung, brüderliches Gespräch, Unterricht usw.)

1. Rituelle Komponente

Das Erlebnis des Rituals in den Tempelarbeiten ist der entscheidende und wichtigste Teil der freimaurerischen Tätigkeit. Diese Tempelarbeiten finden ausschließlich unter Brüdern statt. Die Öffentlichkeit ist hierbei nicht zugelassen. Die Rituale werden seit mehr als 240 Jahren in stets gleichbleibender Art durchgeführt. In Wechselgesprächen zwischen dem Vorsitzenden Logenmeister und den beiden Aufsehern wird auf ethische Grundsätze und Verhaltensweisen hingewiesen, die für die Freimaurerei entscheidend sind. Darin integriert ist ein kurzer Vortrag des Redners über freimaurerisches Brauchtum, Symbolik oder gleichgelagerte Themen. Musikstücke umrahmen den Ablauf. Der brüderliche Zusammenhalt wird während der Arbeit durch gemeinsame Handlungen besonders betont. Keine Arbeit wird ohne karitative Sammlung abgeschlossen. In der freimaurerischen Symbolik liegen metaphysische Grundsätze verborgen. Einer gut geleiteten Tempelarbeit gelingt es, verschüttete Energien der Brüder zu regenerieren. Die im Alltagsleben verbrauchte Energie wird wieder regeneriert, so daß die Brüder wieder gestärkt dorthin zurückkehren können. Das Ziel ist der ausgeglichene, heitere, freundliche, tolerante, hilfsbereite, verständnisvolle, gütige, vertrauensvolle und liebende Mensch. Dieses Idealbild wird aber niemals erreicht, es ist aber gleichwohl erstrebenswert.

2. Geistiges Forum

Die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Gegenwart wird in der Loge durch öffentliche Vortragsabende mit anschließender Diskussion angeregt, wobei als Referenten vielfach Fachleute eingeladen werden, die dem Freimaurerbund nicht angehören. Außerdem werden interne Kerzengespräche veranstaltet. Dadurch wird eine gegenwartsbezogene Weiterentwicklung jedes einzelnen und der gesamten Loge betrieben sowie damit geistiger Stillstand verhindert, eine umfassendere Information ermöglicht und ein besseres Verstehen der eigenen und der globalen Herausforderungen ermöglicht. Über zwei Dinge wird in der Freimaurerei aber seit ihrem Beginn nicht diskutiert: Parteipolitik und konfessionelle Katechetik. Das bedeutet aber nicht, daß nicht über religions- und staatsphilosophische Themen gesprochen werden dürfte. Die Freimaurerei will aber auf keinen Fall eine Volkshochschule sein oder werden. Ziel ist es, sich mit den Fragen der Zeit zu befassen, um zu einer geistigen Reflexion zu kommen. Selbstverständlich werden die Gegebenheiten zeitgemäßen Lebens bejaht. Es wird aber vor allem Wert darauf gelegt, daß der Mensch nicht zum Spielball materieller Zwänge, der Medien oder externer Einflüsse seiner Umgebung wird, sondern im Alltag verantwortungsbewußt und nach ethischen Prinzipien handelt.

3. Brüderlichkeit in geselliger Runde

Der freundschaftliche Umgang unter den Logenmitgliedern und ihren Familien führt zur brüderlichen Geselligkeit. Freimaurerei kann man nicht alleine für sich ausüben. Und gerade der ungezwungene brüderlich-zwischenmenschliche Kontakt trägt zur Persönlichkeitsbildung jedes einzelnen bei. In der geselligen Runde wird Toleranz und Rücksichtnahme auf den anderen, das Gespräch und die Diskussion sowie die Fähigkeit, dem anderen zuhören zu können, unbewußt eingeübt. Nach jeder ernsten rituellen Tempelarbeit kommt die fröhliche Geselligkeit in der Loge nicht zu kurz. Und in viele gesellschaftliche Veranstaltungen sind auch unsere Frauen mit eingebunden.

4. Karitative Arbeit

Sie ist nicht so spektakulär wie bei den Service-Clubs. Mit unseren Mitgliedsbeiträgen wird auch ein kleiner Teil an die gemeinnützigen freimaurerischen Hilfsorganisationen - Freimaurerisches Hilfswerk e. V. und Wohltätigkeitsverein der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland e. V. - abgeführt. Diese führen die größeren Projekte durch, während unsere Loge die Max-Zöllner-Stiftung (vorm. Großherzogliche Blinden- und Taubstummenanstalt zu Weimar), die Kaiserin-Augusta-Stiftung (Höhere Erziehungsanstalt für Töchter gefallener Offiziere in Potsdam) sowie die Fördergemeinschaft zur Wiedererrichtung der Potsdamer Garnisonkirche e. V. unterstützt. Jeder Bruder ist darüber hinaus dazu aufgerufen, praktische Nachbarschaftshilfe zu leisten, soweit ihm das möglich ist. Er soll ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Mitmenschen haben. Er sollte sich Zeit nehmen, zuzuhören, wenn ein Mitmensch ihm von seinen Sorgen berichtet.

5. Dienst am Bunde

Unsere Loge ist rechtlich betrachtet eine Juristische Person des privaten Rechts, die alle Bedingungen des Vereinsrechts erfüllen muß und der Rechtsaufsicht des Regierungspräsidenten in Düsseldorf unterliegt. Selbstverständlich werden auch die satzungsrechtlichen Vorgaben der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland e. V. erfüllt. Um eine Loge in Funktion zu halten, gibt es eine ganze Reihe von Aufgaben, die, wie auch in jedem anderen Verein, notwendig sind: den Vorstand, den Schatzmeister, den Sekretär und weitere "Beamte", die speziell auf die Freimaurerei zugeschnitten sind, wie den Redner und den Zeremonienmeister. Alle haben im Rahmen ihrer Aufgaben bestimmte Pflichten zu erfüllen, denn ohne die Mitarbeit vieler Beteiligter liefe nichts. Sämtliche Beamte werden entweder von den Brüdern gewählt oder vom Vorsitzenden Logenmeister ernannt. Unsere Loge ist eine Gemeinschaft von Individualisten. Sie fordert daher die Dienste ihrer Mitglieder nur, wenn diese sie freiwillig und aus eigenem Antrieb geben. Die Achtung vor uns selbst verlangt aber, daß sich jeder in die Loge einbringt und nach Maßgabe seiner Möglichkeiten unterstützt und erhält.

Zu diesen Facetten freimaurerischer Arbeitsfelder könnte man noch weitere hinzufügen. Wichtig ist aber vor allem, daß nicht eine Komponente allein, sondern das harmonische Zusammenspiel aller Beteiligter die Brüderlichkeit optimiert und damit eine gut funktionierende Logengemeinschaft ergibt.